Bremen entdecken: Altstadt, Weser und hanseatische Kultur
Bremen vereint mehrere Stadtbilder auf engem Raum: Der Marktplatz mit Rathaus und Roland steht für die historische Mitte, das Schnoor für enge Gassen und kleine Häuser, und östlich davon verbinden Ostertor und Steintor Kultur, Theater und unabhängige Geschäfte. An der Weser liegen außerdem Museen, die von regionaler Kunst bis zu den Kulturen und Naturräumen der Welt reichen.
Schattenriss der Bremer Stadtmusikanten auf dem Pflaster
Foto: Mikhail Hnot
Marktplatz und Böttcherstraße
Rathaus und Roland bilden gemeinsam das prägende Ensemble des Marktplatzes. Die kurze Böttcherstraße verbindet ihn mit der Weser und zeigt einen ganz anderen architektonischen Charakter als der mittelalterlich geprägte Platz: Ludwig Roselius ließ sie zwischen 1922 und 1931 neu gestalten; die Backsteinbauten greifen expressionistische Formen auf. Das Haus des Glockenspiels gehört zu den markanten Stationen. Im Paula Modersohn-Becker Museum und im Ludwig Roselius Museum begegnen sich Kunst der Moderne sowie Gemälde, Reliefs und Skulpturen aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Die Gasse ist 108 Meter lang.
Der Kontrast zum Schnoor liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Bremens ältestes Viertel besteht aus schmalen Gassen und kleinen Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Der Name Schnoor verweist auf Schnüre und Taue: In dem Viertel wurden früher Seile und Kordeln hergestellt, während die Gassen und Häuser heute dicht wie eine Perlenschnur aneinandergereiht wirken. Das Bremer Geschichtenhaus, kleine Läden und das Packhaustheater ergänzen den historischen Straßenraum mit Ausstellungen und Aufführungen. Gehen Sie hier aufmerksam durch die engen Wege und nehmen Sie Rücksicht auf die Wohn- und Geschäftsbereiche.
Ostertor und Steintor: das Viertel
Hinter dem Weserdeich bilden Ostertor und Steintor das Viertel, das Bremerinnen und Bremer häufig einfach „das Viertel“ nennen. Es liegt nahe am Zentrum, wirkt aber anders als die touristische Altstadt: Kleine Geschäfte, Cafés und Bars stehen neben Galerien, Bühnen und typischen Bremer Wohnhäusern. An den Wallanlagen liegen die Kunsthalle Bremen, das Gerhard-Marcks-Haus und das Wilhelm Wagenfeld Haus; auch das Theater Bremen gehört zu den prägenden Kulturorten des Quartiers. Damit bietet das Viertel einen konkreten Gegenpol zu Rathaus und Schnoor: Nicht einzelne historische Fassaden, sondern ein zusammenhängendes Kultur- und Alltagsquartier bestimmt den Eindruck.
Museen zwischen Weltkulturen und Gegenwartskunst
Am Bahnhofsplatz spannt das Übersee-Museum auf mehr als 10.000 Quadratmetern einen Bogen von Asien über Afrika bis zu den Amerikas. Natur- und Kulturgeschichte werden nebeneinander gezeigt; die Dauerausstellung greift zudem Themen wie Klimawandel und Migration auf. Die Sammlungen eignen sich deshalb für einen Besuch, der nicht bei einer einzelnen Stadt oder Epoche bleibt. Im früheren Lagerhaus auf dem Teerhof setzt die Weserburg einen anderen Schwerpunkt: Das Museum für moderne Kunst präsentiert internationale Positionen und Kunst seit den 1960er-Jahren, darunter Fluxus, Konzept- und Minimal Art. Wer Bremen über einzelne Bauwerke hinaus erkunden möchte, findet weitere Häuser im Überblick zu Museen in Deutschland.
Marktplatz, Böttcherstraße, Schnoor und Weserufer lassen sich zu einem Rundgang verbinden. Unterkünfte in Bremen bieten einen Ausgangspunkt für Kulturquartiere und Weserufer. Für eine Reise durch mehrere Städte ergänzen weitere Städtereiseziele und historische Orte die Route.