Potsdam: Sanssouci, Neuer Garten und Innenstadt
Potsdam bietet drei deutlich unterschiedliche Besuchsräume: die repräsentative Terrassen- und Schlosslandschaft von Sanssouci, den englisch gestalteten Neuen Garten am Jungfernsee und die historische Innenstadt. Die Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin sind seit 1990 gemeinsam als UNESCO-Welterbe anerkannt; die Auszeichnung umfasst eine zusammenhängende Kulturlandschaft. Einen thematischen Vergleich weiterer Stätten ermöglicht der Überblick zum UNESCO-Welterbe in Deutschland.
Der Neue Lustgarten in Potsdam
Foto: Dago Wiedamann
Sanssouci: Weinbergterrassen und Residenzpark
Der Park Sanssouci ist mit rund 300 Hektar der größte der hier vorgestellten Gartenräume. Seine bekannteste Achse führt vom Schloss über die gestuften Weinbergterrassen hinunter zum großen Brunnen. Friedrich II. ließ ab 1744 auf den Terrassen Obst, Feigen und Wein anbauen; 1745 begann der Bau des Schlosses Sanssouci als sommerlicher Rückzugsort. Die Gartenanlage verbindet damit praktische Nutzung, höfische Repräsentation und eine bewusst komponierte Landschaft. Innerhalb des Parks liegen weitere Bauwerke, darunter das Neue Palais und die Bildergalerie. So unterscheidet sich Sanssouci von einem einzelnen Schlossbesuch: Wege, Terrassen und Pavillons bilden einen eigenen Teil des Erlebnisses.
Unter alten Bäumen drohen Astabbrüche, auch bei Regen: Verweilen Sie nicht unter den Altgehölzen. Bei Unwetterwarnungen meiden Sie die Parkanlagen.
Neuer Garten: englische Landschaft am Jungfernsee
Nördlich der Potsdamer Innenstadt erstreckt sich der 102,5 Hektar große Neue Garten am Jungfernsee. Friedrich Wilhelm II. ließ ihn ab 1787 als bewussten gestalterischen Kontrast zum älteren, stärker geometrisch geprägten Sanssouci anlegen: Statt einer Folge streng gefasster Gartenräume bestimmt der englische Landschaftsstil den Eindruck. Das Marmorpalais, die Grotte und die Gotische Bibliothek setzen eigene architektonische Akzente in der Parklandschaft. Im Neuen Garten liegt auch Schloss Cecilienhof, das 1913 bis 1917 für Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Cecilie im Stil eines englischen Landhauses entstand.
Cecilienhof ist eng mit der Potsdamer Konferenz verbunden, die dort vom 17. Juli bis 2. August 1945 stattfand. Das Gebäude ist wegen Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen. Der Neue Garten erschließt die Landschaft und Bauwerke von außen; mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie ihn über den Halt „Potsdam, Schloss Cecilienhof“. Der Neue Garten ist täglich von 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit frei zugänglich.
Innenstadt: Alter Markt, Museum Barberini und Holländisches Viertel
Am Alten Markt lässt sich Potsdams städtische Geschichte an mehreren Bauwerken ablesen. Friedrich der Große gestaltete den Platz im 18. Jahrhundert als römische Piazza; Nikolaikirche, Altes Rathaus und Stadtschloss bildeten über Jahrhunderte das geschäftliche und politische Zentrum. Im wiederaufgebauten Alten Rathaus befindet sich heute das Potsdam Museum mit Exponaten zur Stadtgeschichte. Das benachbarte Museum Barberini verbindet den Platz mit Kunstgeschichte: Das Palais wurde 1771/72 als Bürgerpalais errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 2017 rekonstruiert. Die Dauerausstellung zeigt französischen Impressionismus und seine Entwicklung bis zu Pointillisten und Fauves. Weitere Museen in Deutschland erschließen andere regionale und thematische Schwerpunkte.
Ein anderer Stadtraum ist das Holländische Viertel. Jan Bouman leitete ab 1733 den Bau der vier Karrees; bis 1742 waren 134 Häuser fertig. Die Ansiedlung holländischer Handwerker prägte den Plan, tatsächlich lebten dort zunächst aber auch viele Soldatenwitwen sowie deutsche und französische Familien. Im Jan-Bouman-Haus in der Mittelstraße 8 wird die Geschichte des Viertels anhand originaler Bausubstanz erzählt. Für eine Übernachtung nahe Stadtzentrum und Parks bietet der Überblick Unterkünfte in Potsdam passende lokale Ausgangspunkte.